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Permakultur-Blog

Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Tag: Guerilla Gardening

Samenbomben – das Trendthema

Schon vor geraumer Zeit flatterte mir ein Rezensionexemplar des Buchs „Mit Samenbomben die Welt verändern“ von Josie Jeffery ins Haus. Ich bin aber kein grosser Freund von Trendthemen, die mit übersetzten Büchern ausgewälzt werden. Trotzdem will ich mal meinen Senf zum Thema dazugeben.

Erstmal ist meine Grundhaltung zum Thema sehr kritisch. Ich habe selbst in Mannheim „Guerilla Gardening“ betrieben, und dabei recht schnell gelernt, wie Praxisfern es in der Realität ist. Es gibt kaum geeignete Flächen, die nicht regelmäßig „gepflegt“ (sprich gemäht) werden. Somit ist alles angepflanzte sehr schnell wieder platt. Baumscheiben werden plattgetrampelt, mit Fahrrädern beparkt etc. Alles was schön blüht wird direkt gepflückt. Unsere Rose im Hinterhof wurde erst abgepflückt und dann von einem „Experten“ zurückgeschnitten. Die schönen Fotos zum Thema, die man auf diversen Webseiten und in Büchern finden kann, sind praktisch alle gestellt: Es wird eine fertige schöne Pflanze irgendwo eingebuddelt, fotografiert und 5 Minuten später ist sie schon zertrampelt.

Wenn man schon mit Pflanzen solche Probleme hat, wie sollen dann Samen klar kommen? weiterlesen… »

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On Guerilla Gardening

Guerrilla GardeningA handbook for gardening without boundaries, so der Untertitel des 2008 erschienenen Buchs von Richard Reynolds. Doch das versprochene Handbuch findet sich erst in der zweiten Hälfte des Buchs. Davor wollen 121 Seiten Definitionen und geschichtliche Abhandlungen bewältigt werden. Leider lesen diese sich größtenteils wie die Semesterarbeit eines BWL-Studenten und die Ausschweifungen gehen nicht selten am Thema vorbei. Das ganze ist in viele kleine Kapitelchen zerstückelt, so das kein echter Lesefluss aufkommen mag.

In der zweiten Hälfte dann „praktische“ Tipps, wie z.B. eine Stirnlampe für Arbeiten im Dunkeln zu verwenden und für volle Batterien zu sorgen, wenn man das Licht auch für den Nachhauseweg benötigt. Wirklich nützliche Hilfestellungen wie man mit dem harschen Lebensbedingungen zwischen Betonplatten umgehen kann, praktische Pflanzentabellen nach urbanen Lebensräumen geordnet, oder rechtliche Grundlagen, erwartet man vergebens. weiterlesen… »

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Guerilla Gardening

Lilie im HinterhofIrgendwann im letzten Sommer hat uns die grüne Wut gepackt und wir haben im reichlich heruntergekommenen Hinterhof zwei kleine Beete angelegt. Die Bedingungen sind denbar ungünstig: Der komplette Hof ist betoniert und liegt inmitten hoher Häuser (5-6 Stockwerke). Dazu gibt es mit Vorderhaus und Hinterhaus sehr viele Parteien, die einfach ihren Müll und ihre Fahrräder im Hof abladen, dafür aber niemanden, der sich darum kümmert.

Um schnelles grün zu bekommen und für Akzeptanz zu werben, haben wir blühende Pflanzen aus dem Baumarkt gekauft. Alles was stark reduziert war, landete in unserem Einkaufswagen. Dazu noch Unmegen an Gartenerde (man wundert sich, wie schnell so ein grosser Sack leer ist) aus dem gleichen Baumarkt. Eine andere Quelle für den Boden hatten wir leider nicht.

Die Beete sind direkt auf dem Beton angelegt, einfach ein paar Steine vom nahegelegenen Flußufer aufgestapelt und Erde eingefüllt. Fertig. Dann die Pflanzen rein und innerhalb eines Nachmittags gab es wenigstens etwas grün im Hof. weiterlesen… »

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Pflanz einfach einen Birnbaum

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Birne am BaumHerr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: „Junge, wiste ’ne Beer?“
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn“.

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.“
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Bündner mit Feiergesicht
Sangen „Jesus meine Zuversicht“.
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
„He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?“ weiterlesen… »

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Allgemeine Gedanken zur Permakultur auf dem Balkon

Das Wort Permakultur ist ursprünglich zusammengesetzt aus „permanent agriculture“ und es geht unter anderem darum ein stabiles selbstregulierendes System zu erschaffen. In diesem Sinne kann man auf einem Balkon niemals eine vollwertige Permakultur anlegen. Um ein echtes biologisches Gleichgewicht zu erhalten, braucht man einfach eine gewisse Größe. Aber das macht nichts, solange wir Dinge trotzdem verbessern können.

Einige Prinzipien der Permakultur kann man zur Verbesserung seines Balkons heranziehen, auch wenn man an anderen Stellen abstriche machen muss. Die erste und wichtigste Regel sollte aber sein, dass sich so etwas entwickeln muss. Manchmal findet man Permakultur Designs für den Balkon, ausgeklügelte Zeichnungen, die auf 5m2 eine Wassertonne, einen Kompost und verschiedenste Pflanzmöglichkeiten vorsehen. Die wenigsten dieser Designs werden wohl in die Praxis umgesetzt, noch weniger werden unverändert funktionieren. Kopfgeburten nennt man das.

Viel besser finde ich das Schrittweise vorgehen, wobei man immer das tut, was eben als nächstes dran ist. Dein Balkon ist bisher komplett Pflanzenfrei und nur mit Sonnenstuhl und Grill ausgestattet? Dann ist der nächste Schritt sicher nicht ein komplexes Design, sondern einfach ein Balkonkasten mit Küchenkräutern!

Welche Prinzipien der Permakultur lassen sich auf einem Balkon (nicht) anwenden? weiterlesen… »

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