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Permakultur-Blog

Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Tag: asoziale Gärten

Asoziale Gärten (11): Aktion gegen Steingärten

Steinzeit MessestandAuf der Internationalen Pflanzenmesse hat der Staudenring den langweiligsten Messestand der Welt aufgebaut, um ein Zeichen gegen Steingärten zu setzen. Der Messestand war komplett in Grau gehalten und zweidimensional – so wie ein typischer Steingarten eben aussieht.

Slogans wie „Schluss mit Steinzeit“ und „Raus aus dem Steinheitsgrau“ sollten klar machen, dass hier keine Verfechter des typischen Kiesgartens ihren Schotter unter die Leute bringen wollten. Übertitelt war das ganze mit „langweilig, oder?“.

Erst durch ein iPad konnten Besucher sehen, wie der Messestand ausgesehen hätte, wenn es Pflanzen gegeben hätte. Augmented Reality macht es möglich, inklusive flatternder Schmetterlinge. Dazu musste man das iPad nur auf die Schriftzüge richten und sah, wie magisch Blumen aus dem grauen Boden wuchsen.

Auf ihrer Website zeigen Sie noch mit zwei Bildern, wie ein Haus mit Steingarten, oder mit einem richtigen Garten aussehen könnte. Während die Nachbarn im grauen sitzen, gibt es im Blumenhaus doch tatsächlich Farben und lebende Pflanzen! Aber passt das denn noch zu dem so beliebten modernen und „cleanen“ Design? Architekten haben leider keine Ahnung von Pflanzen und so sieht das Ergebnis dann auch aus…

Ich finde diese Aktion einfach großartig! Schon lange rege ich mich über Steingärten auf. Sie sind inzwischen so eine Seuche geworden, dass ich hier nicht mehr alle entsprechend würdigen kann. Es ist einfach nichts besonderes mehr, über so eine Kieswüste in einem Vorgarten zu stolpern. Und es spricht Bände dafür, dass Menschen ihre Flächen nur noch verwalten, aber nicht mehr pflegen wollen. Hauptsache einfach, am besten einmal im Jahr mit dem Kärcher drüber und sonst gar nicht beachten.

Da wollen die Leute erst unbedingt einen Garten. Haus ohne Garten geht ja mal gar nicht. Und dann schütten sie LKW-Ladungen an Schotter rein. Das soll mir mal einer erklären, ich verstehe es nämlich einfach nicht.

Der Staudenring ist ein Zusammenschluss von acht Staudengärtnern mit zusammen mehr als 200 Mitarbeitern, die zusammen den Gartenfachhandel beliefern. Es gibt zwei Pressemeldungen zur Aktion: Der langweiligste Messestand der IPM und Schluss mit Steinzeit

 

Asoziale Gärten (9)

ZwergenkiesVor einem Haus da ist ein Absatz. Ein kleiner Streifen nur, und doch ein potentieller Garten. Potential, welches hier vollkommen ungenutzt bleibt.

Stattdessen werden ein paar Standardelemente abgehakt:
[x] Buchsbaum
[x] Lampe
[x] Zwerg
[x] Keramik-Enten
[x] Kies

Ist doch alles da, was ein Garten so braucht? Doch das schnöde zusammenklatschen von ein paar Baumarktteilen macht eben noch keinen Garten aus. Und das reine Vorhandensein von Lebewesen noch keinen Lebensraum.

verstuemmeltesSedumIn der Nahaufnahme wird deutlich: Was versucht zu wachsen, was seinen ihm zugewiesenen Platz verlässt, wird aufs brutalste verstümmelt. Es muss doch alles seine Ordnung haben?

Was hätte man aus diesem streifen machen können? Wallendes Thymus serpyllum und üppiger Blaukissen, die die Mauer herabhängen. Ein Sedum telephium welches im Herbst ganz ohne Pflege ungeahnte Blütenbracht hervorbringt. Ein mächtiger Lavendelbusch gar, wundervolles Aroma verströmend. Dazwischen ein unverwüstlicher Frauenmantel, der vor grün zu platzen scheint.

Doch nein, weißer Kies lässt nichts von alledem zu. Die Einöde ist gewollt, etwas anderes nicht gekonnt. Die Nachbarn freuen sich sicher über die Ordnung und Sauberkeit.

Wenn du dich über den Begriff „asozial“ wunderst, lies dir meine Definition eines asozialen Gartens durch. Wenn es noch nicht deprimierend genug war, kannst du dir auch alle asozialen Gärten anschauen.

Ich freue mich über Lesereinsendungen von asozialen Gärten!

Asoziale Gärten (8)

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen neuen asozialen Garten gefunden. Das heisst, ich frage mich langsam, was überhaupt noch als Garten durchgeht. Dieses Ensemble erinnert mich eher an ein (zu kitschiges) Outdoormuseum. Alle Strukturen sind unverrückbar festbetoniert. Die wenigen Pflänzchen stehen auf verlorenem Posten gegen die kitschigen Figuren. Es ist weder Platz für Mensch noch Tier, verweilen ist erst gar nicht vorgesehen. Nicht ein einziges unordentlich herumliegendes Blatt: Das muss die Nachbarn stolz machen! In so einem ordentlichen Viertel leben wir! Jawoll! weiterlesen… »