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Permakultur-Blog

Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Guerilla Gardening

Lilie im HinterhofIrgendwann im letzten Sommer hat uns die grüne Wut gepackt und wir haben im reichlich heruntergekommenen Hinterhof zwei kleine Beete angelegt. Die Bedingungen sind denbar ungünstig: Der komplette Hof ist betoniert und liegt inmitten hoher Häuser (5-6 Stockwerke). Dazu gibt es mit Vorderhaus und Hinterhaus sehr viele Parteien, die einfach ihren Müll und ihre Fahrräder im Hof abladen, dafür aber niemanden, der sich darum kümmert.

Um schnelles grün zu bekommen und für Akzeptanz zu werben, haben wir blühende Pflanzen aus dem Baumarkt gekauft. Alles was stark reduziert war, landete in unserem Einkaufswagen. Dazu noch Unmegen an Gartenerde (man wundert sich, wie schnell so ein grosser Sack leer ist) aus dem gleichen Baumarkt. Eine andere Quelle für den Boden hatten wir leider nicht.

Die Beete sind direkt auf dem Beton angelegt, einfach ein paar Steine vom nahegelegenen Flußufer aufgestapelt und Erde eingefüllt. Fertig. Dann die Pflanzen rein und innerhalb eines Nachmittags gab es wenigstens etwas grün im Hof.

Es kam natürlich, wie es kommen musste. Durch den Beton steht das Wasser, die Beete sind ständig Pitschnass. Der lange harte Winter hat praktisch allen Pflanzen den Rest gegeben. Nur ein Rosenstrauch hat „überlebt“. Er hat zumindest zwei lebendige Triebe. Irgendjemand hatte ihn letztes Jahr sehr stark zurückgeschnitten. Mit so etwas muss man beim wilden Gärtnern rechnen. Man hat keine Kontrolle über die Beete.

Noch letzten Herbst hatte ich mir eine Schwertlilie (oder etwas ähnliches) vom Rand des Gartenteichs eines Freundes besorgt. Sie blühen immer sehr schön und lieben es leicht sumpfig. Die Nässe sollte ihnen eher gut tun, dachte ich. Außerdem haben sie Knollen oder Zwiebeln oder sowas in der Art, können also für den Winter Nährstoffe einlagern.

Und was soll ich sagen: Es lag noch Schnee, da reckte sich das Grün der Lilie schon weit nach oben. Inzwischen wuchert sie wie verrückt. Ich hoffe nur, die Blüten werden nicht direkt alle für die Blumenvasen der Bewohner abgeschnitten.

Lilie im BeetNachdem die Beete jetzt praktisch leer waren (von erfrorenen Überresten abgesehen), wollte ich jetzt etwas sinnvolles mit ihnen anfangen. Also habe ich Kräuter und Rucola gesät. Es ist eine Restemischung (alle Samen, die irgendwie über waren). Es müssten Petersilie, Rucola, Basilikum, Dill, Kresse, Rosmarin und Kornblumen dabei sein. Ich hab alles wild durcheinander gepflanzt, einfach in der Hoffnung, irgendwas wird schon überleben.

Von der Kresse habe ich noch etwas in die Ritzen zwischen die Steine gesät, da sie sehr schnell keimt und die Wurzeln vielleicht etwas die Erde festhalten.

Selbst in der kleinsten Ritze wächst noch KresseNachdem die Aussaat grade eine Woche her ist, bin ich schon ganz zufrieden, dass überhaupt etwas keimt und wächst. Ich werde die Pflanzen auf keinen Fall weiter pflegen, höchstens irgendwann ernten. Nur die Starken überleben. *g*

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2 Kommentare

  1. Gregor:

    Steinhammer und weg mit dem Beton!

  2. […] ist meine Grundhaltung zum Thema sehr kritisch. Ich habe selbst in Mannheim “Guerilla Gardening” betrieben, und dabei recht schnell gelernt, wie Praxisfern es in der Realität ist. Es gibt […]

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