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Permakultur-Blog

Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Burger sind biologisch abbaubar

Burger nach 6 MonatenIm Moment geistert eine Geschichte durch die Blogwelt und die Medien: McDonalds Burger sollen nicht biologisch abbaubar sein.

Drauf gekommen ist die Künstlerin Sally Davies durch unglaublich investigative Recherche – sie hat einen Burger monatelang immer wieder fotografiert. Einzig interessant an der Geschichte finde ich jedoch, warum alle auf diesen Blödsinn aufspringen und die Sau durch die Medien treiben, wo es um offensichtlichen Blödsinn geht.

Ok, klar, der Burger sieht selbst nach Monaten fast unverändert aus. Aber ist das so etwas besonderes? Schauen wir uns das mal im Detail an:

1. Das Brötchen

Fragt mal eine beliebige Bäckererfachverkäuferin, wie die Auslagen in Bäckereien gestaltet werden. Ganz einfach: Man legt hübsche Brote ins Schaufenster, die werden sehr schnell trocken und steinhart und halten sich dann praktisch ewig. Brote sehen nach einem halben Jahr im Schaufenster genau so aus, wie am Tag des Backens. Genau das gleiche passiert hier natürlich mit dem Burgerbrötchen.

Merke: Bakterien brauchen Wasser zum leben. Trockene Dinge vergammeln nicht.

2. Das Fleisch

Es handelt sich um gut durchgebratenes, sehr fettiges „Fleisch“. In diesem Umfeld fassen Bakterien nur schwer Fuß. Bevor sie das tun können, ereilt das Fleisch aber schon das gleiche Schicksal wie das Brötchen: Es trocknet aus. Schon mal einen Burger vom Vortag gegessen? Es bleibt also nur ein harter Klumpen, der von einer Fettschicht umgeben und damit Luftdicht abgeschlossen ist. Wir reden hier nicht von rohem Mett, sondern von totgebratener Pampe. Auch hier ist logisch, es findet keine Zersetzung statt.

3. Salat und Sossen

Die einzigen Dinge auf einem Burger, die sich definitiv in dieser Situation (Teller im Fotostudio) zersetzen würden, nämlich Salat und Sosse, fehlen auf den Bildern. Auch hier wieder: Wenig Feuchtigkeit im Burger und dadurch tote Hose bei den Bakterien.

Fazit

Man muß also kein Raketenwissenschaftler sein um zu erkennen, dass sich alle vergleichbaren Lebensmittel (selbst bestes Bio-Essen) in einer vergleichbaren Situation so verhalten würden. Das ganze hat überhaupt gar nichts mit McDonalds zu tun.

Ausnahmsweise stammt die einzig sinnvolle Aussage zu dem Thema von McDonalds selber:

Bacteria and mold only grow under certain conditions. For example, without sufficient moisture – either in the food itself or the environment in which it is held – bacteria and mold and associated decomposition, is unlikely. If food is/or becomes dry enough, it won’t grow mold or bacteria. In fact, any food purchased from a restaurant or grocery store or prepared at home that lacks moisture would also dehydrate and see similar results if left in the same environment.

Auch sind alle Aussagen über biologische Abbaubarkeit in dem Umfeld Unsinn. Legt doch den Burger mal auf einen Komposthaufen, wenn ihr wissen wollt was wirklich in der Natur mit ihm passiert. Schon nach 48 Stunden wird er vor Leben wimmeln und aus ihm wird ganz normaler Kompost werden.

Ich würde niemals die Burger von McDonalds verteidigen. Ich würde mich auch niemals überreden lassen irgendwas von MacD. als „Essen“ zu bezeichnen. Aber diese Geschichte ist Haarsträubend.

Es geht übrigends nichts über einen richtig guten Burger: Demeter Fleisch auf offenem Feuer gegrillt, auf einem frischen Vollkornbrötchen, mit guten Ketchup ohne Geschmacksverstärker etc, und mit frisch gepflücktem Salat garniert.

Das einzig gute an der Geschichte ist ein Comic von Stephanie McMillan zu dem Thema: Desperate Enough.

Vielleicht sollte ich einfach mal ein Bio-Brot sechs Monate rum liegen lassen und probieren, ob ich auch so einen Medienhype hinbekomme: „Bio Essen ist nicht mal biologisch abbaubar!“ *g* Und die Moral von der Geschicht: Glaubt den dummen Medien nicht!

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3 Kommentare

  1. Peter:

    Ich weiß gar nicht mehr, wie oft bei mir Brot schon schimmlig geworden ist… steinhart wird es höchst selten… 🙂

  2. Die Geschichte kam mir auch gleich ziemlich merkwürdig vor. Mich irritierte zum Beispiel auch, dass der Burger und die Pommes zwischen den Fotos jedes Mal bewegt wurden. Leider gibt es aber keine Angaben, wie sie dann gelagert wurden. Mann muss das Ganze wohl einfach als Kunstprojekt betrachten, der wissenschaftliche Wert ist eher gering.

  3. Sorry wegen dem „Mann“, ich meinte natürlich „man“ – freudscher Verschreiber 😉

    @Peter: Wir bekommen massenweise altes Brot von unseren Nachbarn für die Pferde. Deshalb muss ich klar widersprechen! Wenn man Brot/Brötchen etc. an der Luft einigermaßen schnell trocknet dann wird es definitiv nicht schimmelig. Wie oben im Artikel schon gesagt – Bakterien und Pilze haben ohne Wasser kaum eine Chance sich zu vermehren.

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