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Permakultur-Blog

Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Asoziale Gärten (8)

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich einen neuen asozialen Garten gefunden. Das heisst, ich frage mich langsam, was überhaupt noch als Garten durchgeht. Dieses Ensemble erinnert mich eher an ein (zu kitschiges) Outdoormuseum. Alle Strukturen sind unverrückbar festbetoniert. Die wenigen Pflänzchen stehen auf verlorenem Posten gegen die kitschigen Figuren. Es ist weder Platz für Mensch noch Tier, verweilen ist erst gar nicht vorgesehen. Nicht ein einziges unordentlich herumliegendes Blatt: Das muss die Nachbarn stolz machen! In so einem ordentlichen Viertel leben wir! Jawoll!

Der Teich ist dann gleich mit einem Netz abgeschirmt. Nicht auszudenken, würde ein Vogel in ihm Baden und Schmutz und vielleicht sogar Ungeziefer anschleppen! Das Beet zu Strasse hin ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man langfristig stabile Ökosysteme aufbauen und unterstützen kann. (Ist Wüste nicht auch ein Ökosystem?) Vermutlich empfinden die Besitzer dieses Gartens ihn auch noch als Last, als notwendiges Übel. „Es ist so viel Arbeit immer alles ordentlich zu halten. Ein Windstoss und wieder ist alles voller Blätter. Was sollen denn die Nachbarn denken!“

Wenn du dich über den Begriff „asozial“ wunderst, lies dir meine Definition eines asozialen Gartens durch. Wenn es noch nicht deprimierend genug war, kannst du dir auch alle asozialen Gärten anschauen.

Ich freue mich über Lesereinsendungen von asozialen Gärten!

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10 Kommentare

  1. Vielleicht ist so ein Garten aber der Garten der Zukunft: Denn da fühlen sich wirklich kaum Tiere wohl, der Gärtner braucht nicht viel zu tun und folglich ist es dort auch für Zecken nicht sinnvoll auf Wirte zu lauern …
    Allerdings haben wir uns so ein ähnliches Horror-Szenario wegen der Plagegeister auch schon ausgemalt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir dann keinen Garten mehr brauchen!
    LG Silke

  2. Autsch ! Ja, solche Gärten kenne ich auch zur Genüge. Den Begriff „asozial“ in diesem Zusammenhang zu verwenden, ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber bei etwas Nachdenken durchaus passend.

    Grüße, KatjaK

  3. Wirklich widerlich, man mag nicht hinschauen. Das ist auch der Grund, warum ich Dir kein Foto schicken kann: ich bin immer mit Grausen an so was vorbei gegenangen. Was mag in den Köpfen der Besitzer vorgehen? Die finden das doch schön?! Bei nächster Gelegenheit werde ich mich mal überwinden und Deine Sammlung bereichern. Auch wenn’s schwerfällt!

  4. Danke!! Erst mal überfiel mich beim Anblick der Bilder das Gruseln, dann las ich deine Texte dazu und habe erst mal herzlich gelacht.
    Aber danach befiel es mich wieder, das Gruseln: Wie können Menschen der Natur nur so was antun?
    Liebe Grüße, Margit

  5. schon seit Jahren sage ich immer wenn ich nette Hunde- oder Tierhasser begegnet: ihr hättet es wohl gern wenn die Erde zugeplättelt und betoniert ist!
    Schade, das daraus ein Gartentrend geworden ist! LG Pee

    asoziale Gärten! Den Begriff finde ich gut!!

  6. Schön finde ich sowas auch nicht… aber ich habe schon schlimmeres gesehen 😉

  7. Jürgen:

    Hallo,

    ich denke diese Leute wussten es leider nicht besser! Schade eigentlich!!!
    Brauchte auch einige Zeit um die wahre Schönheit der Natur wahrzunehmen.

    Lg

  8. Pipe:

    Ihre Reihe der asozialen Gärten verwundert mich doch sehr. Ich vermute das mit dieser Art von Artikeln, weder dem Besitzer des Gartens noch jemand anderem geholfen wird.

    Sie scheinen ja zu wissen wie man es besser macht. Mich würde es freuen, wenn Sie mit ihrem Wissen einen Permakultur-Gegenvorschlag ausarbeiten würden, samt der Vorteile für den Besitzer. Damit könnten Sie den Permakulturgedanken für andere Gartenbesitzer mit ähnlichen Bedingungen eine Alternative aufzeigen. Zumindest wäre dann ein Umdenken zu erhoffen, statt eine Verhärtung der Fronten. Oder glauben Sie es hat einen positiven Effekt auf Permakultur-Anfänger, wenn Sie auf diese Art von Artikel stoßen und man sieht wie man in der Permakultur-Szene mit anderen Menschen umgeht? Die Lehre der Permakultur hat auch eine ethische Komponente, in der es heißt „Achtsamer Umgang mit den Menschen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Permakultur). In Ihren asozialen-Gärten-Artikeln sehe ich lediglich eine öffentliche Diffamierung ohne Rücksicht auf die Umstände der Besitzer.

    Wie wäre es also, wenn Sie aufzeigen, was Sie mit Hilfe des Permakulturgedankens aus solchen Gärten machen könnten und welchen Nutzen die Besitzer dadurch hätten. Ebenso könnten Sie sich der Kritik weiterer Permakultur-Kenner aussetzen, damit zur Diskussion anregen und zum Fortschritt beitragen.

  9. admin:

    Ich gebe sehr wohl Hinweise darauf, wie man es besser machen kann. Siehe z.B.: http://permakultur-blog.de/beobachtungen/asoziale-garten-2
    Zudem kann jeder in meiner Kritik die Probleme erkennen, die ich sehe, und sich somit auch mögliche Lösungen vorstellen.

    Außerdem glaube ich ist es im Moment erstmal sehr wichtig unsere gelernten, kranken Schönheitsideale zu durchbrechen, uns der Diktatur der Masse entgegenzustellen.

    Genau dies tun meine Artikel in überspitzer Form. Wir stellen uns an den Gartenzaun und rufen: „Nicht wir sind asozial, weil ein Unkraut in unserem Garten wächst, ihr seid asozial, weil ihr euren Garten zubetoniert!“

    Ich sehe diesen Effekt auch durch die überaus positiven Rückmeldungen, die ich bekomme. Mein einziges Problem besteht im Moment darin, dass ich nicht genügend Gärten finde, die so asozial sind, dass ich sie auch zeigen will.

  10. gruselig!! da gebe ich dir recht!! und ich finde aber auch die staubsaugergärten genauso unangenhem..wo kein blatt..kein bischen wildwuchs sein darf…

    gottseidank..lebe ich anders..gruß wiebke

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